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hamburg, die stadt der erfolgsfrauen,
(24.oktober 1999,welt am sonntag)
„der gatte der frau ist der mann, der gatte des mannes ist der beruf“,
sagen die inder. die hamburgerinnen sagen etwas anderes: in der hansestadt
ist der anteil berufstätiger frauen in den letzten 20 jahren kontinuierlich
gestiegen. und viele von ihnen sind dabei außerordentlich erfolgreich.
ob in den chefetagen der bürohäuser in der innenstadt oder in
schick ausgebauten lofts am hafenrand, wo sich werbeagenturen und filmproduktionen
niedergelassen haben–überall trifft man mittlerweile auf junge
attraktive frauen in führungspositionen.
eine studie der kölner instituts der deutschen wirtschaft ergab,
dass der wandel von der industrie-zur dienstleistungs-und informationsgesellschaft
und die damit verbundene nachfrage der wirtschaft nach besser qualifizierten
arbeitskräften vornehmlich den frauen zugute kommt.
ein trend, der sich in hamburg besonders stark auswirkt. denn hier sind
die branchen konzentriert, in denen weibliche führungskräfte
zurzeit besonders gefragt sind: werbung und marketing, medien und mode.
das hamburg immer mehr zu einem dorado für erfolgreiche frauen wird,
zeigen auch die zahlen bei den selbstständigen: während bundesweit
lediglich 6,3 prozent der frauen selbstständig sind, liegt dieser
anteil in hamburg bei 7,7 prozent um fast eineinhalb prozent höher.
laut senatsamt für gleichstellung werden von den rund 150 000 im
hamburger gewerberegister mehr als 42 000 von frauen geführt.
führen frauen anders als männer? besser? effizienter? erfolgreicher?
„frauen gehen die dinge mit intuition an“; hat der hamburger
unternehmensberater ulrich altenhofer festgestellt. „wenn die fakten
auf dem tisch sind, entscheiden sie, während männer gern noch
gutachten anfordern.“ frauenstärke sei es auch, so altenhofer,
„dass sie in charmanter form zugeben könne, wenn sie mit ihrem
latein am ende sind“. und der hauptgeschäftsführer der
handelskammer, hans-jörg schmidt-trenz, meint, dass frauen in führungspositionen
besonders eine eigenschaft hilft: „ihre emotionale intelligenz“:
laut institut der deutschen wirtschaft wird der anteil weiblicher führungskräfte
in den nächsten jahrzehnten noch kräftig weiter wachsen. vor
allem in den dienstleistungsbranchen seien zunehmend eigenschaften gefragt,
die eher als weiblich gelten, wie kommunikationsfähigkeit, teamorientierung,
flexibilität oder ganzheitliches denken.
christiane zu salm-salm, 33, geschäftsführerin des musiksenders
mtv, gehört zu den erfolgsfrauen in hamburg. mit ihrer mannschaft
steigerte sie in den vergangenen drei jahren das betriebsergebnis des
senders um 34 prozent. die schöne adelige über ihr geheimnis
für weiblichen erfolg: „wenn ich von dingen keine ahnung habe,
lasse ich mich beraten, am liebsten von älteren und erfahrenen. ich
habe ein gutes feeling für das, was man mir vorschlägt.“
emotionale intelligenz eben…
die innenarchitektin „es geht nicht darum, die dinge nachzumachen“;
sagt yasmine mahmoudieh, 38. „sie müssen verbessert werden“
die ideen scheinen der innenarchitektin und diplom-designerin (beides
hat sie in genf und los angeles studiert) nie auszugehen. sie entwirft
nutzungskonzepte für shopping-center, hotels oder ausstellungen.
firmensitze: berlin, barcelona, london. vater: iraner, mutter: hamburgerin–seit
13 jahren lebt sie an der elbe. als sie 1986 „mahmoudiehdesign“
gründete, hatte sie zwei mitarbeiter. heute sind es 17.
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